Darauf sollten Sie beim Kauf einer Sauna achten (Top 6)
Die hölzerne Saunakabine ist bei regelmäßiger Benutzung extremen Belastungen durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt. Dennoch gilt Holz als der einzig gesunde Werkstoff für die Saunakabine. Er ist in besonders hohem Maße allen Anforderungen gewachsen, wenn Qualität und Verarbeitung stimmen.
Es heißt “Holz arbeitet”: Gemeint sind die durch den Alterungsprozeß sowie durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen hervorgerufenen Veränderungen seiner Struktur, seiner Farbe und seiner Lage. Eine Saunakabine besteht aus vielen verschiedenen Holzteilen, die miteinander durch Verleimung, Nagelung und Verschraubung verbunden sind. Nicht fachgerecht ausgeführte Holzverbindungen lösen sich durch das “Arbeiten” des Holzes schon nach kurzer Zeit.
Bei Verwendung uneeigneter Holzarten oder mangelhafter Holzqualitäten kommt es schon bald zu irreparablen Schäden und unschönen Veränderungen an der Saunakabine. Auf folgende Verarbeitungsmerkamale sollten Sie deshalb beim Kauf besonders achten:
1.) Alle Rahmenverbindungen sollten fachgerecht verzapft und verleimt sein. Dies gilt für Fertigsaunen ebenso wie Fertigteilbausätze, bei denen die einzelnen Wandelemente mit fertiger Beplankung geliefert werden. Bei selbstgebauten Saunakabinen aus Materialbausätzen wird häufig auf die relativ aufwendigen Zapfenverbindungen verzichtet. Die Kanthölzer werden stumpf aneinandergestoßen und miteinander vernagelt. Dabei bekommt das Holz Risse, die eine feste Verbindung nicht gerade begünstigen. Wenn schon auf Schlitz und Zapfen verzichtet wird, dann ist es besser die Kanthölzer wenigstens mit Holzdübeln miteinander zu verbinden bzw. an ihren Verbindungsstellen spezielle, im Handel in großer Auswahl erhältliche Metallverbinder (Winkel, Lochbleche) einzusetzen.
2.) Ist die Saunakabine aus einzelnen Wand- und Deckenelementen zusammengesetzt (Fertigsaunen und Fertigteilbausätze), so sollten diese durch Nut und Feder untereinander verbunden sein. Um wirkungsvoll Wärmeverluste zu verhindern, ist es besonders günstig, wenn alle Elemente an den Verbindungsstellen mit temperaturbeständigen Dichtungen ausgestattet werden. Die Wärmedämmschicht innerhalb der Saunawand sollte aus Mineralfaser, Steinwolle oder aus Kork bestehen. Polystyrol-Hartschaum ist wegen der hohen Temperaturen als Dämmstoff nicht geeignet. Das Holz der Saunakabine darf auf keinen Fall mit Holzschutzmitteln oder Lasuren behandelt sein. Ein Schädilingsbefall ist bei den hohen Temperaturen in der Saunakabine nicht zu befürchten. Dem gesundheits- und umweltbewußten Käufer hilft hier häufig nur hartnäckiges Nachfragen.
3.) Die Wandelemente werden in der Regel auf einem Grundrahmen aufgebaut. Es ist vorteilhaft, wenn dieser mit einem speziellen Kunststoff-U-Profil gegen von unten eindringende Feuchtigkeit abgedichtet ist.
4.) Die Saunatür sollte mit rostfreien Beschlägen und einem Spezialverschluß ausgestattet sein, der sich von innen her einfach durch Druck öffnen läßt.
ÖkotipSind die Wand- und Deckenelemente an den unsichtbaren Rückseiten mit Hartfaser- oder Holzspanptaletten beplankt, so sollten diese unbedingt formaldehydfrei sein. Auch die verwendeten Leime sollten keine gesundheitsschädlichen oder geruchsbelästigenden Lösungsmittel enthalten. |
5.) Die Türfenster und übrigen Fenster der Saunakabine sind Isolierglas ausgestattet.
6.) Bei gekauften Einrichtungsgegenständen sollte man peinlichst auf fachgerechte und stabile Ausführung achten, denn sonst hat man nicht lange Freude daran.
Hier haben die Saunahersteller ihr Angebot in letzter Zeit stark erweitert: Neben formschönen Hockern, stabilen Bänken und speziellen Körperform-Liegen in hervorragender Qualität findet man heute zweckmäßige und hitzebeständige Einrichtungsgegenstände aller Art.
Besonders große Aufmerksamkeit sollte man der Saunatür widmen. Fachgerecht ausgeführte Saunatüren verfügen über einen massiven Blockrahmen und werden mit Vorspannung gearbeitet, damit sie sich bei den starken Temperaturschwankungen nicht verziehen.
Dies ist eine wesentliche Vorbedingung für das Schließen der Saunatür, wovon auch der Energieverbrauch des Saunaofens abhängig ist. Mit dem Aufwand, eine verzugsfreie Tür mit dreifachem Falz und passendem Rahmen selbst zu bauen, sind tatsächlich die meisten Selberbauer überfordert.
Auch das Angebot an Saunatüren hat sich stark erweitert. So findet man neben der klassischen Saunatür mit kleinem rechteckigen oder rundem Fenster, moderne Türen mit Glasfüllung oder gar ganz aus Glas, in unterschiedlichen Färbungen, ganz transparent oder weniger durchsichtig. Dazu gesellen sich wärmeisolierte Fensterelemente in den Wändern der Saunakabine, die nach dem neuen Design längst nicht mehr einer rundum verbretterten Kiste gleicht.
Denn auch im Glashaus läßt sich gut schwitzen, und durch die offenere Bauweise wirkt die Kabine nicht mehr so eng.
Wie oft sollte man saunabaden?
Die meisten Saunaanhänger bei uns baden wöchentlich einmal, wenige uch zweimal, zumeist am gleichen Wochentag. Etwa eine Woche lang halten die Wirkungen des Saunabades, z.B. die bessere Reaktion von Blutgefäßen auf Abkühlung, vor. Das bedeutet weitgehende Sicherung gegen Schnupfen, Erkältung, Grippe, wenn man regelmäßig wöchentlich badet. Das heißt auch ein gutes “Anti-Streß-Training”, weil die Anregung und Umstimmung der Steuerungsorgane im Körper etwa ine Woche anhalten. Insgesamt steht ein wöchentlicher Baderhythmus im Einklang mit anderen Vorgängen im Körper, die rhythmisch ablaufen.
Bei einem Bade sollte man den Wechsel “Erhitzen/Wiederabkühlen” zwei- bis dreimal durchführen. Bei den ersten beiden Bädern eines Anfängers genügen zwei “Saunagänge”; er möge nur beachten, daß Wärme und Abkühlung ausreichen. Die Spanne von fünf Minuten auf der mittleren Bank – und sie sind völlig ungefährlich, wenn man dort ruhig verweilt – fehlt die Überwärmung, die wir für die gefäßübenden und erfrischenden Kaltreize benötigen.
Wie oft man saunabaden darf? Patienten wird manchmal das tägliche Bad verordnet (einmal heiß/kalt). Sportler baden zur Unterstützung der Kondition zweimal wöchentlich. Manche Saunameister oder Masseure beschließen mit einem Saunagang jeden Arbeitstag – wie der finnische Bauer während der Erntezeit.
Es spricht für die Ungefährlichkeit des Saunabades, daß sich auch bei Übertreibungen, z.B. mehr als drei Saunagänge bei einem Bad oder fast tägliches Saunabaden mit zwei bis drei Gängen, nicht unbedingt Gesundheitsschäden einstellen. Bei dieser Übertreibung jedoch ermüdet man u.U. schon während des Bades, und die vorteilhaften Wirkungen der Saunaanwendung werden dadurch nicht größer. Im Gegenteil! Statt Schlafförderung beispielsweise könnten sich Schlafstörungen, statt beruhigt und ausgeglichen zu sein, könnte sich Gereiztheit einstellen. Für Sauna gilt auch: nichts übertreiben!
Soll man bei Rheuma Saunabaden?
Über Schmerzzustäde bei der Bewegung, manchmal auch in der Ruhe, lokalisiert an Gelenken, an der Wirbelsäule oder auch in der Muskulatur, klagen sehr viele Menschen. Volkstümlich bezeichnet man diese Beschwerden als “rheumatisch”. In der hausärztlichen Praxis betrifft dies jeden dritten bis vierten Patienten, so daß sich auch unter den vier Millionen saunabadenden Erwachsenen einige von ihnen befinden werden. Das wort “Rheuma” ist von dem griechischen Wort “Rheein” = fließen abgeleitet, weil vielfach die Beschwerden wechselnd verschiedene Gelenke betreffen.
Die moderne Medizinforschung hat herausgefunden, daß sehr verschiedene Erkrankungen die Beschwerden verursachen können, und man sieht heute “Rheuma” als Oberbegriff durchaus unterschiedlicher Diagnosen an. Immer sind die Bindegewebszellen bei der Entstehung hauptbeteiligt. Diese sind praktisch in allen Körpergeweben vertreten, in Knochen, Knorpeln, Sehnen, Bädern, Muskeln, ja sogar in der Haut. So unterscheiden wir heute vom entzündlichen Rheumatismus den degenerativen und den Weichteilrheumatismus. Zum ersten rechnet neben Gelenkentzündungen auch die Bechterew-Krankheit der Wirbelsäule. Die zweite Gruppe sind die Arthrosen, und zum Weichteilrheumatismus gehören Muskel- und Sehnenerkrankungen sowie der Rheumatismus des Unterhautgewebes.
Sofern es sich um einen entzündlichen Prozeß handelt, ist das Saunabaden in diesem Stadium ganz zu unterlassen. Da sich diese Betroffenen stets in ärztlicher Behandlung befinden, ist die Entscheidung, wann das Saunabad (wieder) aufgenommen werden kann bzw. sollte, dem Arzt zu überlassen.
Glücklicherweise rechnet zu diesem Kreis nur ein kleiner Teil der Patienten. Beiden meisten Beschwerden handelt es sich um eine chronische Krankheit, bei der Blutversorgung des Gewebes und Spannungszustäde der Muskulatur ebenso beteiligt sind wie vegetative Nerven und bestimmte Hormondrüsen. In diese beteiligt sind wie vegetative Nerven und bestimmte Hormondrüsen. In diese Verhältnisse greift aber das richtige Saunabad anregend und ordnend ein. Die Schmerzschwelle wird heraufgesetzt, die Beweglichkeit erleichtert und verbessert.
So kommt es, daß sich unter den Saunabesuchern viele Menschen befinden, die sich diese Pflegeform zu eigen gemacht haben, weil sie Hilfe und Erleichterung gerade gegen rheumatische Beschwerden fanden. Oft spielte beim plötzlichen Auftreten von Schmerzen eine Abkühlung eine Rolle, und gerade gegen Kältereize wird der Körper beim Saunabaden geübt.
Warum sollte man während des Saunabadens nicht trinken?
Zugeben, mancher Saunabenutzer hat diese Angewohnheit, aber sie ist nachteilig. Das ist leicht einzusehen.
Der menschliche Körper ist darauf eingerichtet, daß getrunkene Flüssigkeit recht schnell den Magen-Darm-Kanal durchläuft und in das Blut aufgenommen wird. Nun erfuhren wir, Daß die Schweißabsonderung in der Sauna zu einer gewissen Eindickung des Blutes führt, die der Organismus dadurch ausgleicht, daß Wasser aus den Körpergeweben in das Blut überführt wird. Dieser Entzug von Wasser und, wie nachgewiesen wurde, “Schlackenstoffen” würde unterbleiben, wenn das Blut seine Wasserergänzung aus dem Darm, nämlich durch die getrunkene Flüssigkeit, erhielte. Man zahlte für die Trinkgewohnheit also mit dem Verzicht auf “Entschlanckung”. Das wäre doch bedauerlich.
Was tut man, wenn man nicht schwitzen kann?
Die Fähigkeit zu schwitzen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, daß sich der Körper gegen Wärmebedrägnis jedweder Art schützen kann. Menschen, bei denen die Schweißdrüsen fehlen, sind so selten, daß wir eher an die Fälle denken wollen, wo die vorhandenen (2 bis 3 Millionen) Schweißdrüsen nicht genügend geübt sind. Für eine kräftige Schweißabsonderung ist eine gute Reaktion der Blutgefäße in Leder- und Unterhaut eine wichtige Voraussetzung. Wie man weiß, ist aber bei vielen Menschen die Funktion der Gefäße besonders durch Nikotineinwirkung gestört, was sich manchmal schon an der Hautfarbe verrät.
So ist die Beobachtung von Interesse, daß im Laufe des Saunagebrauches die Schweißmenge, die während eines Bades ausgeschieden wird, zunimmt. Wie wir mit präparierten Papierblättchen, die auf die Haut aufgelegt werden, nachweisen konnten, beginnt das Schwitzen in der Sauna sofort nach Betreten des heißen Raumes. Allerdings verdunstet der erste Schweiß vollständig, so daß er normalerweise nicht wahrgenommen wird. Die gesamte Schweißmenge stellt man durch Wiegen vor und, abgetrocknet, nach dem Bad fest.
Schwitzt ein Anfänger zunächst nur wenig, so wird ihm geraten, vor Betreten der Sauna ein möglichst warmes Fußbad zu nehmen, das die Blutgefäße im gesamten Hautgebiet erweitern hilft. Die Wirkung wird gesteigert, indem man sich mit einer trockenen Brüste bis zu einer leichten Rögung der Haut brüstet.
In der Sauna sollte man Bürsten (wie andere Muskelbetätigung) allerdings vermeiden, nicht zuletzt auch deswegen, weil man Mitbadende belästigen würde. Im übrigen sollte der “Anfänger” etwas Geduld haben; die Erfahrung beweist: “Schwitzen übt sich”!
Was gehört zu einer Sauna?
Wie leicht beantwortet sich diese Frage für den Finnen: Eine kleine Holzhütte mit einer hochliegenden Pritsche und einem Ofen, das Ganze zumeist an einem See oder einer Meeresbucht. In der Hütte herrscht das Heißluftklima zum “Aufheizen”, die Möglichkeiten zur Wiederabkühlung bieten die Außenluft (besonders für die Lungen) und das kalte Wasser.
Auf dem Lande wird der Ofen zumeist mit Holz beheizt, wobei der Rauch entweder durch einen Kamin abgeführt wird oder sich frei im Raum verteilt und durch Ritzen in den Wänden und die offenstehende Tür abzieht (Rauchsauna)
Die Holzhütte ist allgemein aus 15 bis 20 cm starken Bohlen gebaut; wird sie mit Bretterwänden errichtet, so erhalten diese eine starke Wärmedämmschicht. Früher umfaßte die Badehütte nur den Heißluftraum, doch heute baut man zumeist einen gesonderten Waschraum und eine Kammer zum Auskleiden und andererseits zum Aufenthalt nach dem Bade ein. Die Abkühlung spielt sich vorzugsweise im Freien ab, und man sitzt auf der Bank vor der Sauna in der frischen Luft und taucht in das Wasser des Sees oder des Meeres ein oder reibt sich mit Schnee ab.
Viele Finnen nutzen die Sauna am See zu einem Wechselbad, wie es auch bei uns üblich ist. Allerding schein t die andere Gewohnheit, daß man nach einer langen Aufheizung das Schwitzen – bereits mit einem Hemd bekleidet und in der Wohnstube sitzend – für ein bis zwei Stunden “abklingen” läßt, wie es der finnische Autor Alexis Kivi in seinem Roman “Die sieben Brüder” geschildert hat, zuzunehmen. Das hängt damit zusammen, daß der finnische Städter sich eine kleine Holzkabine (etwa 1,5 m2) statt Badewanne in seine Wohnung einbauen läßt, um dort zu schwitzen.
Bei uns umfaßt eine Saunaanlage nun mehrere Räume und eine Terasse (bzw. einen Balkon, einen Garten- oder Hofteil) als Freiluftbad. In der kleinen Sauna einer Familie enthält der Wasserraum eine warme Dusche für das Reinigungsbad und Kaltwassereinrichtungen (Schlauch, Mehrfachkörperdusche, Schwallbrause). Hier ist ein kleines Becken eine Ausnahme, aber flache Fußwärmbäder (10 cm hohes Wasser) in genügender Zahl für alle Badenden, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen während der Abkühlung, sind erforderlich.
Ist die Sauna neben einer Schwimmhalle angeordnet, so ist das beheizte Schwimmbeckenwasser nur dann für die Abkühlmaßnahmen geeignet, wenn es nicht wärmer als 22 C ist. Sportliches Schwimmen sollte der Sauna vorausgehen.
Bei ganz oder teilweise öffentlichen Saunas trennen wir Vorreinigung und Abkühlung und verlegen die Warmduschen in einen besonderen “Vorreinigungsraum” (der immer sehr warm gehalten wird, unvermeidlich feuchte Luft enthält und gesondert entlüftet wird). Das Ganze ergänzen wir um einen Ruhe- und zumeist auch einen Massageraum.
Manchmal werden zum gleichteitigen Gebrauch durch Damen und Herren bzw. Paare zwei Abteilungen eingerichtet, oder es werden Badezeiten für getrenntes Baden der Geschlechter und Zeiten für gemeinschaftliches Baden festgesetzt. Die Mehrzahl der öffentlichen Saunabäder bietet heute aber allgemein gemeinschaftliches Baden an. Manchmal bleibt ein Tag nur den Damen vorbehalten.
Die günstige Organisationsform der Gemeinschaftssaune, die auch entsprechende ästhetische Ansprüche erfüllt, sieht getrennte Räumlichkeiten für das Auskleiden, die Vorreinigung und Toiletten vor, während die funktionellen Teile gemeinschaftlich benutzt werden.
Wie verhält sich der Blutdurck beim Saunabad?
Uner “Blutdruck” verseht man allgemein den Druck des strömenden Blutes in den Schlagadern; er is von der Tätigkeit des Herzens, dem Zustand der Blutgefäße und der Beschaffenheit des Blutes abhängig. Der Organismus ist bestrebt, stets den Umständen entsprechend für den erforderlichen Blutdruck zu sorgen, damit die lebenswichtigen Bezirke, besonders das Gehirn, ausreichend mit Blut versorgt werden. Infolgedessen ändern sich die Blutdruckwerte z.B. bereits dadurch, daß man seine Körperhaltung verändert (liegen, sitzen, stehen).
Heute ist oft vom Blutdruck die Rede. Dafür gibt es zwei Gründe: Er ist verhältnismäßig einfach zu messen und wird deshalb sehr häufig bestimmt; zum anderen weichen, wie man dabei geststellt, bei vielen Menschen die Werte nach oben oder unten von dem Durchschnitt ab, der für den Betreffenden nach Alter und Körperbau zu erwarten wäre. Man nennt dies den Bluthochdruck bzw. Blutunterdruck.
Infolge der Erweiterung der vielen Blutgefäße der Haut in der Wärme bzw. ihrer Zusammenziehung bei starker Abkühlung, z.B. im Eintauchbad, und durch die Beteiligung des Herzens an der Wärmeabwehr pflegen sich auch die Blutdruckwerte während eines Saunabades zu verändern. In der Wärme der Sauna sind bei normalen Blutdruckwerten die Veränderungen nur gering (leichter Druckabfall); hingegen wurden bei Hochdruckkranken deutliche Drucksenkungen beobachtet, während sich bei zu geringen Blutdruckwerten ein Anstieg zur Normalen feststellen läßt. Freiluftbad und kalte Abgießungen haben keine wesentlichen Wirkungen auf den Blutdruck, wohl aber das kalte Eintauchbad. Bei seiner Benutzung steigt der Blutdruck, besonders der obere der beiden Meßwerte, kräftig an. Hochdruckkranke sollen deshalb das Tauchbecken nicht benutzen, während sein Gebrauch für Menschen mit zu geringem Blutdruck besonders geeignet ist.
Das anschließende Fußwärmbad bewirkt eine Rückführung des Blutdruckes in Richtung auf die Normalwerte. Bei stärkeren krankhaften Blutdruckabweichungen sind die Verbesserungen nur vorübergehend. Saunabaden ersetzt in diesen Fällen also nicht andere Therapiemaßnahmen.
Ist Sauna gut gegen oder bei Erkältung?
Wer regelmäßig saunabadet, erkältet sich nicht mehr, jedenfalls “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit”. Es gibt nun Menschen, die diese Kunde vernahmen und meinen, man könne mit einem Saunabad auch eine bereits begonnene Erkältung oder gar Grippe unterdrücken, damit sie nicht zum Ausbruch kommt.
Dies trifft in den allermeisten Fällen nicht zu! Beim bereits infizierten Patienten könnte ein Saunabad mit Hitze und Kaltreizen bewirken, daß die Krankenheit sich besonders heftig entwickelt. Sind die Symptome einer Grippe oder eines “grippalen Infektes” bereits vorhanden, so wäre es richtig, erst nach dem Abklingen der Krankheitszeichen (Fieber, Katarrhe) die Sauna zu besuchen, um die restlichen Krankheitsstoffe, die manchem noch lange zu schaffen machen, durch das Schwitzbad aus dem Körper zu entfernen.
Die Regel lautet also: Frischer Infekt und Saunabad vertragen sich nicht. Um solche Erkrankungen möglichst ganz zu vermeiden, bedarf es aber einer regelmäßigen wöchentlichen und korrekten Anwendung der Sauna mit ihrer Wärme und ihren Kaltreizen. Die Schutzwirkung klingt erfahrungsgemäß nach etwa einer Woche ab.
In dieser Hinsicht hat die Sauna auch in Zeiten echter Grippe ihre Bewährung gefunden. Wissenschaftliche Untersuchungen über meßbare Verringerung von Erkältungskrankheiten durch Saunabaden und deren große ökonomische Vorteile liegen aus mehreren Ostländern vor.
Neuere Saunaforschungsarbeiten von dort und aus Österreich ergaben Einzelheiten über die Verbesserung der Immunverhältnisse im Körper, durch welche sich die praktischen Beobachtungen erklären lassen.
Was bedeutet ein Aufguß?
Allgemein wird durchständigen ausreichenden Luftwechsel in der Saunakabine dafür gesorgt, daß die Luftfeuchte gering genug bleibt, damit Wasser aus dem Schweißverdunsten kann. Dann wird es als ein wirkungsvoller Reiz empfunden, wenn diese Verdunstung, d.h. Kühlung, plötzlich unterbrochen wird. Das geschieht, wenn etwas Wasser auf die heißen Steine im Saunaofen gegossen oder gespritzt wird. Eine unsichtbare Dampfwolke schießt zur Decke hoch und strömt durch den Raum. Erreicht die so angefeuchtete Luft (“Dampfstoß”) die Haut eines Badenden, o schlägt sich Wasserdampf auf der Haut nieder, wodurch sie noch weiter erhitzt wird. Die vielen Wassertropfen auf der Haut sieht der Badende, und er beobachtet auch, wie dann durch den zusätzlichen Hitzereiz die Schweißdrüsen zu einer verstärkten Tätigkeit angeregt werden.
Die meisten Saunabenutzer schätzen den Aufguß als einen Höhepunkt der Wärmeeinwirkung. Empfindliche Personen können ihn entbehren; denn auch ein Saunabad ohne Aufguß ist voll wirksam. Von Saunakennern abgelehnt wird eine landschaftlich gebundene auftretende Verirrung, nämlich statt 10 bis 15 g/m3 Rauminhalt 3 bis 4 Liter Wasser hintereinander aufzuschütten, so daß die Sauna anschließend völlig gelüftet werden muß.
Der Finne gießt oder spritzt Wasser auf, in dem Birkenzweige eingeweicht waren. Das Birkenblätteröl gibt einen frischen Duft. Bei uns nimmt man einige Tropfen “Saunaduft” mit aetherischen Ölen (Fichtennadel, Latschenkiefer o. a.). Sie sind konzentriert brennbar und dürfen nur im Wasser verdünnt verwendet werden. Aus gesundheitlichen Gründen abzulehnen ist die Unsitte, dem Aufgußwasser Spirituosen zuzusetzten.